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Fall des "Pegida"-Reporters

DJV kritisiert Verhalten von RTL


Der Deutsche Journalisten-Verband hat Kritik an der Haltung von RTL zur journalistischen Arbeitsweise eines für den Privatsender tätigen Reporters geübt.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken nannte es widersprüchlich, dass der Sender die Zusammenarbeit mit dem Reporter aufkündige, das Mittel der verdeckten Recherche bei Großdemonstrationen aber gut heiße. Zuvor hatte RTL in einem Statement die Undercover-Recherche des Reporters bei der Pegida-Demonstration am 15. Dezember in Dresden als richtiges journalistisches Mittel bezeichnet, um so an Statements von Demonstranten zu gelangen. Der DJV-Vorsitzende stellte klar, dass sich verdeckte Recherchen nur dann mit der Transparenz und Glaubwürdigkeit des Journalismus vertrügen, wenn es keine andere Möglichkeit der Informationsbeschaffung gebe. Konken: „Es war für Journalisten bei der Pegida-Demonstration in Dresden zwar schwierig, aber nicht unmöglich, O-Töne von Demonstranten einzufangen.“ Es verstoße zudem gegen das Gebot des fairen und kritischen Journalismus, als Reporter rassistische Töne anzuschlagen, um so die Demonstranten zu extremen Positionen zu provozieren. „Journalisten sind Beobachter und nicht Akteure.“ Der Reporter habe der Glaubwürdigkeit des Journalismus schweren Schaden zugefügt: „Das ist Wasser auf die Mühlen der politischen Irrläufer“, sagte Konken. RTL sei aufgerufen, seine Recherchemethoden auf den Prüfstand zu stellen. 

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