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JVBB-Fachforum Rundfunk

So war der Stammtisch mit den Multimedia-Journalisten Fritz Schumann und Hannah Kappes


JVBB-Mitglieder und Gäste am 25. September beim Stammtisch des Fachforum Rundfunk im Aufsturz (Fotos: Philipp Eins)

Ist der Trend des Multimedia-Features vorbei? Oder wo geht die Reise hin? Darüber sprach das Fachforum Rundfunk beim Stammtisch.

Mit Pageflow produzierte Multimedia-Features, in denen Text, Video und Audio zusammenfließen, haben bei den Rundfunkanstalten Konjunktur. Insgesamt scheint die Zahl der innovativen Stories jedoch rückläufig zu sein. Die Webseite Onlinefeature.de verzeichnet für die Jahre 2017 und 2016 nur wenige neue Projekte. Ist der Trend des Multimedia-Features vorbei? Oder wo geht die Reise hin? Das wollte das Fachforum Rundfunk von den Multimedia-Journalisten Hannah Kappes, Gebrüder Beetz Filmproduktion, und Fritz Schumann, Agentur 2470 Media, wissen.Zehn Mitglieder kamen zum Stammtisch im Restaurant Aufsturz in Berlin-Mitte. Sie erfuhren von den Gästen, wie eine crossmediale Recherche aussieht und welche Themen und Techniken sich besonders für eine multimediale Umsetzung eignen. Kappes berichtete von ihren Erfahrungen mit #uploading_holocaust, einem auf YouTube-Material basierenden Webprojekt, das herausfinden will, wie Jugendliche heute mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen. Web-Dokus werden kaum geklickt und leiden zudem unter hohen Abbruchquoten. Durch spielerische Elemente in der Web-Erzählung konnte Kappes die Nutzer dazu animieren, länger dabei zu bleiben. So mussten sie an Schlüsselszenen Fragen beantworten, um weiterscrollen zu können.Schumann hat die Erfahrung gemacht, dass es wie in klassischen Genres auch im Multimedia-Feature eine starke Geschichte braucht. Techniken seien zweitrangig. Prinzipien des Storytellings, die er aus der Entwicklung von Computerspielen kenne, seien auch auf den Journalismus anwendbar, erklärte Schumann. „Die Geschichte muss einen persönlich berühren, dann wird sie gelesen, gesehen und gehört.“ Einig waren sich Kappes und Schumann, dass sich das Video als stärkstes multimediales Format durchsetzen wird. Videos hätten die größte Reichweite in sozialen Netzwerken.Text: Philipp Eins

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