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Mediensalon „Corona und kein Ende“

Wie schlagen sich die Medien in der Krise?

29.01.2021

Die Corona-Pandemie hält uns weiterhin auf Trab. Viele von uns beruflich, aber auch ganz persönlich im privaten Umfeld. Ob und wie sich die Medien hier bewähren, hat am Mittwoch der Berliner Mediensalon unter dem Titel „Corona und kein Ende: Wie schlagen sich Medien in der Krise?“ kontrovers diskutiert.

Für „Spiegel“-Kolumnistin Franziska Augstein waren die Medien bis vor wenigen Wochen zu „staatstragend“. Ihrer Ansicht nach wurden in der Berichterstattung die Stimmen der Virolog*innen und Politiker*innen zu eindimensional wiedergegeben und zu wenig kritisch diskutiert. Die Frage, ob die Lockdown-Maßnahmen sinnvoll und vor allem verhältnismäßig sind, sei zu wenig gestellt worden. Stattdessen würden Kritiker*innen bis heute oft pauschal mit Querdenkern und Corona-Leugnern gleichgesetzt.

Widerspruch kam von Alexandra Borchardt, Professorin für Kulturjournalismus an der UdK Berlin. Ihr Fazit: Die Medien hätten ihre Aufgabe gut erfüllt. Vor allem im Wissenschafts- und Datenjournalismus sei Beachtliches an Innovation geleistet worden. Marvin Schade vom neuen Medien-Fachdienst medieninsider.com erinnerte daran, dass wie im persönlichen Alltag Journalist*innen auch beruflich ganz unterschiedlich von der Corona-Krise betroffen seien. Insbesondere die freien Kolleg*innen hätten hier die Hauptlast zu tragen. Andererseits gebe es ermutigende Zeichen - wie ich aus Sicht unseres Verbandes in der Diskussion bestätigen konnte.

So hat die Verlagerung ins Homeoffice vielfach zu einem - manchmal nicht ganz freiwilligen - Innovationsschub  geführt. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind Videochats und -schalten mittlerweile in den (Sende-)Alltag integriert. Technische Anwendungen wurden plötzlich möglich, deren Einführung früher Jahre gedauert hätte.

Und parallel steigt endlich bei den Mediennutzer*innen die Bereitschaft, für journalistische Inhalte im Netz zu zahlen. Und das ist doch was!

Steffen Grimberg

Vorsitzender DJV Berlin-JVBB

P.S. Ausführlich hat der „Freitag“ über den Mediensalon zu Corona berichtet: https://www.freitag.de/autoren/sustracke/die-medien-und-die-pandemie.

Bildnachweis: Steffen Grimberg (Foto: privat)

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